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Präventionsseminar

Alle Jahre wieder - "Präventionsseminar"

 

Schon seit 1989 führt das Käthe-Kollwitz-Gymnasium ein dreitägiges AIDS und Drogenseminar in Westerstede und Oldenburg durch. Das Seminar ist eine Schulveranstaltung, die jeder Schüler bzw. Schülerin im 9. Schuljahr mitgemacht haben muss.

Und es war wieder soweit: Am 5.November fuhren wir um 8:15 Uhr nach Westerstede. Jeder wusste, dass die Tage lang sein werden und dass dies eine Fahrt ins Ungewisse war. Die Lehrer, die das Seminar schon seit Jahren leiten, sind Frau Anders und Herr Meyer und natürlich war unser Klassenlehrer Herr Potratz mit dabei. Von Anfang an hieß es, dass wir von 9 bis 23 Uhr arbeiten würden, es war ja schließlich kein Ausflug. Zuerst waren wir geschockt und wussten nicht so recht, wie wir das so hinnehmen sollten.

„Keine Freizeit?“ „Den ganzen Tag lernen?“, nein das geht doch nicht, wie sollen wir es eigentlich schaffen…. Selbstverständlich hatten wir Freizeit und beim Lernen eine Menge Spaß!

Angekommen räumte jeder sofort sein Gepäck ins Zimmer und nahm einen Stift und einen Block mit zum Sprechsaal. Am Anfang stellte Frau Anders den Ablauf des Seminars und die Hausordnung vor. Danach waren die Anspannungen auf einmal weg und jeder versuchte sich so oft wie möglich zum Thema HIV und AIDS zu äußern. Später wurden Gruppen gebildet, die die Informationen zum Thema bekamen und die sie im Laufe des Tages vortragen sollten. Nach dem Mittagessen bekamen wir Besuch von Pro-Familia. Die Berater berichteten uns über die alltäglichen Probleme, die sie immer wieder erleben, z.B. Abbruch einer Schwangerschaft bzw. eine frühe Schwangerschaft…. Aber auch über Sexualtität und Verhütung. Jeder konnte Fragen stellen. Letztendlich wurden die Jungen und Mädchen getrennt, damit sich jede Gruppe zusammen mit dem Berater unterhalten und sich austauschen konnte.

Es war schon dunkel und wir saßen im Sprechsaal und mussten uns die „langen“ Vorträge anhören…. Jede Gruppe bekam ein Feedback, sie wurden kritisiert, aber auch gelobt! Die Referate waren schon irgendwie „öde“, denn sie wurden wie eine alte Kassette heruntergeleiert. Halt das Übliche bei einem Schülerreferat!!

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück war die Polizei in der Jugendherberge! Verstehen Sie das nicht falsch, sie waren nur da, um uns die Aktion „Don’t Drug and Drive“ vorzustellen. Wie auch in der Schule gibt es vor der Praxis die Theorie, und auch da war es nicht anders. Die Theorie hat jedem von uns zum Nachdenken gebracht und jeder ließ sich die Bilder und auch die Filme, die gezeigt wurden, noch einmal durch den Kopf gehen. So schnell wird das keiner vergessen können. Die Praxis dagegen war eher etwas was Allen Spaß gemacht hat. So durften wir die Promille-Brillen (0,8‰ und 1,3‰) anprobieren und dabei verschiedene Hindernisse oder auch Parcours überwinden. Manchmal war es sehr merkwürdig, da der eine oder andere Schüler mit der 1,3‰-Brille immer noch ziemlich geradeaus laufen konnte. Aber auch die Lehrer fanden den Spaß beim Ausprobieren und Herr Meyer konnte sich nicht davor halten, einen ferngesteuerten Spiel-Wagen mit einer der Brillen zu steuern. Am Nachmittag sprachen wir über das Thema „Drogen“. Wie am vorherigen Tag bekam wieder jede Gruppe Informationen zum Thema und dieses Mal sollten es keine heruntergeleierten Vorträge werden, sondern Kreativität war gefragt. Und so war es auch: Die eine Gruppe trug die Informationen als Rollenspiel vor, die andere als Quizshow …. Jede Gruppe gab sich Mühe, die Sachen so interessant wie möglich zu gestalten, so dass sich alle anderen nicht langweilten!

Zum ersten Mal wurde auch die Computersucht angesprochen, denn das Rauchen und der Konsum von Alkohol ist bei den Jugendlichen nicht mehr so „in“ wie früher!

Um 9 Uhr morgens fuhren wir dann zu der „Rose 12“ nach Oldenburg. Das ist eine ambulante Praxis, die Drogenabhängige kostenlos berät. Zu Beginn sprachen wir mit einem Berater der Praxis, später sprachen wir mit einem Ex-Drogenabhängigen. Dieser schilderte seinen Lebenslauf und zum Schluss konnten wir auch dazu Fragen stellen! Der Besuch endete gegen 13 Uhr. Eine Stunde hatte wir dann Zeit, um uns die Innen-Stadt Oldenburgs anzuschauen.

Punkt 14 Uhr machten wir uns auf die Heimreise. Es war das Ende eines „Präventionsseminars“, das alle für immer und ewig im Gedächtnis aufbewahren werden.

Niemand wird jetzt noch sagen: „Das betrifft mich nicht!“, nein, denn jeder wird über die Sachen, die wir gelernt haben, nachdenken und wird sich vermutlich fragen: „Moment mal, da war doch was…?“

 

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