
Versuch: Untersuchungen zur elektrochemischen Passivierung von Eisen
2 Bechergläser (100 ml), Stromschlüssel, Eisenblech 0,2 cm x 2 cm, Stärke 1,5 mm, Platinelektrode, Zinkelektrode, Krokodilklemmen, Voltmeter, Amperemeter, Gleichspannungsquelle, Stativmaterial, Kabel, Schleifpapier, Zinksulfat-Lösung, c(ZnSO4) = 1 mol/l, Schwefelsäure, c(H2SO4) = 0,5 mol/l
Der Versuch wird gemäß der Abbildung aufgebaut. Das Eisenblech wird ca. 0,5 cm in die Schwefelsäure eingetaucht. Man bestimmt zunächst das Potential des Eisenbleches gegen Zinkelektrode und den zwischen dem Eisen und der Platinelektrode fließenden Strom. Mit Hilfe einer Spannungsquelle wird das Potential des Eisenbleches in 0,1 bis 0,2 Volt-Schritten erhöht. Die gemessenen Strom-Potential-Wertepaare werden notiert und nach Umrechnung des Eisenpotentials gegen die Standard-Wasserstoffhalbzelle in ein Strom-Potential-Diagramm aufgetragen (Der Meßbereich des Amperemeters sollte mindestens 300 mA anzeigen). Betrachten Sie die Eisen- und die Platinelektrode während des Versuches genau und notieren Sie ihre Beobachtungen.
Hinweis: Bei einem Eisenpotential von etwa 1,4 V (gemessen gegen die Zinkhalbzelle) werden Sie ein besonderes Verhalten beobachten: Obwohl die angelegte Spannung in nur geringem Maße erhöht wurde, springt das Eisenpotential plötzlich auf etwa 3 V. Um Meßwerte zu erhalten, die zwischen etwa 1,4 und 3 V liegen, wird die Spannung in 0,1 bis 0,2 Volt-Schritten auf ca. 1,4 V zurückgeregelt.

E2 = Eisenelektrode
E3 = Zinkelektrode in Zinsulfat-Lösung, c(ZnSO4) = 1 mol/l
S = Stromschlüssel; Kaliumnitrat-Lösung, c(KNO3) = 1 mol/l
Versuchsskizze: Versuchsaufbau zur Aufnahme von Strom-Potential-Kurven
Rechnen Sie die gemessenen Potentiale für die Eisenelektrode gegen
die Standard-Wasserstoffhalbzelle um. Tragen Sie die Strom-Potential-Wertepaare
in ein Strom-Potential-Diagramm ein.
Die Abbildung zeigt den typischen Verlauf einer mit dieser Meßmethode aufgenommenen Strom-Potential-Kurve von Eisen in Schwefelsäure.

B-C: 2Fe + 3H2O ® g -Fe2O3 + 6H+ + 6e-
D-E: 2H2O ® O2 + 4H+ + 4e-
Ihr ist zu entnehmen, daß Eisen in Schwefelsäure ohne anodische Belastung ein Potential von etwa -0,2 V aufweist. Gleichzeitig fließt ein Strom von der Eisen- zur Platinelektrode. Zwingt man dem Eisen ein immer positiveres Potential auf, so steigt der gemessene Strom erwartungsgemäß nahezu linear an. Dieser fast lineare Anstieg setzt sich bis zu einem Potential von etwa 0,6 V fort. In diesem Bereich zeigt das System ein besonderes Verhalten: Obwohl die angelegte Spannung in nur geringem Maße erhöht wird, springt das Eisenpotential plötzlich auf etwa 1,4 V, der gemessene Strom geht auf fast 0 A zurück. Um Meßwerte zu erhalten, die kleiner als 1,4 V sind, wird die Spannung in 0,1 bis 0,2 Volt-Schritten zurückgeregelt. Die Meßwerte im Bereich von 0,6 bis 1,8 V zeigen deutlich, daß das Potential des Eisens erhöht werden kann, ohne daß der gemessene Strom zunimmt. Erst ab einem Potential von 1,9 V steigt der Strom plötzlich wieder linear an. Der in der Abbildung dargestellte Kurvenverlauf ist im Prinzip stellvertretend für alle passivierbaren Metalle. Ohne äußeren Strom bildet sich ein stationäres Elektrodenpotential aus (bei Eisen ca. -0,2V). Bei einer Erhöhung des Potentials nimmt die Korrosionsgeschwindigkeit entsprechend zu (Abschnitt A-B). In diesem Potentialbereich findet eine aktive Eisenauflösung gemäß
Angaben zur Lösung zum Aufgabenblatt 1: Beobachtung und Auswertung
als Sofortansicht (Word 97 Dokument, eisen_1n.doc.doc,
73 KB)
Aufgabenblatt 2: Auswertung der Strom-Potential-Kurve von Eisen in Schwefelsäure
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Schülerlösung zum Aufgabenblatt 2
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43 KB)
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Ausgearbeitet im Rahmen einer Examensreihe am Käthe-Kollwitz-Gymnasium
Wilhelmshaven von Dr. Marco Oetken.
Letzte Änderung: 1.4.1999
Bei Fragen, Anregungen usw. Email an die Email-Adresse der Schule
(siehe KKG-Homepage).