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Geschichte
Napoleonisches Frankreich
Nachdem Napoleon die neuen Gesetze im Code civil verabschiedet
hatte, schuf er Executivgewalten, die so mit einander
verbunden waren, daß sie eine große, einfache Regierungsmaschine
darstellten und Napoleon deren Triebkraft war.
- Code civil -
Der Code civil von 1804 war das denkwürdigste Dokument,
das erarbeitet wurde, um eine neue rechtliche Ordnung
für die revolutionäre Gesellschaft zu schaffen. Er stellte
somit ein neues Rechtsbuch da. Der Code civil ist wie
auch andere große Kodifikationen (systematische Sammlung
und Ordnung von Gesetzen und Rechtsgebräuchen zu einem
einheitlichen und maßgebenden Werk) der damaligen Zeit,
wie z.B. das Allgemeine Landrecht, Allgemeines Bürgerliches
Gesetzbuch, aus dem vernunftrechtlichen Glauben entstanden.
Jedoch unterscheidet sich der Code civil von den Kodifikationen
des aufgeklärten Absolutismus darin, daß die Nation
mit ihrer Volkssouveränität, ihrer staatsbürgerlichen
Rechtsteilhabe, die gesellschaftliche Grundlage darstellt.
Ebenso ist er das erste Rechtssystem, welches für ganz
Frankreich alle bürgerlichen Verhältnisse umfaßt.
Schon 1789 wurde um persönliche Freiheit, Gleichheit
vor dem Gesetz, Gewissensfreiheit, Gewerbefreiheit,
Anerkennung der Verweltlichung des Staates und für die
Säkularisierung des bürgerlichen Lebens gekämpft. Diese
Gedanken führte der Code civil nun fort. Grundsätzlich
kann man sogar behaupten, daß diese Anbahnung der Gedanken
schon im 17. Jahrhundert stattfand, und daß Dank Napoleon
diese Kodifikation in einigen wenigen Jahren abgeschlossen
wurde.
Nach Vollendung des Code civil plante Napoleon die Schaffung
eines einheitlichen Rechts für das europäische Empire.
Vollendet hat er aber letztendlich das Zivilrechtsbuch,
das Handelsgesetzbuch (1806), das neue Prozeßrecht (1807)
und das Strafgesetzbuch (1810).
Um nun noch weiter auf den Code civil einzugehen, läßt
sich sagen, daß dieser als Voraussetzung die egalitäre
Nation, welche durch die Revolution geschaffen wurde,
sieht. Einige Literaten ordneten ihm die Eigenschaften
eines straffen, durchsichtigen Aufbaus, eine epigrammatische
Sprache, eine innere Geschlossenheit, eine Einheit von
Disziplin und starkem politischen Willen zu.
Er wird sogar als erfolgreichstes Gesetzbuch des 19.
Jahrhunderts gesehen, welches nicht nur den Freiheits-
und Unabhängigkeitssinn gestärkt, sondern die nationale
Rechtseinheit angeregt hat. Für Napoleon selbst bestand
sein unvergänglicher Ruhm in diesem Code civil.
- Aufbau der neuen Gesellschaft -
Um nun diese neue Gesellschaft aufzubauen, benötigte
der 1. Konsul Friede mit der römischen Kirche. Diese
Übereinkunft (Konkordat) von 1801 sollte den Gegner,
den Hort der Konterrevolution, treffen. Die römische
Kirche durfte aufgrund der Säkularisierung nicht mehr
als Staatskirche angesehen werden. Napoleon selber interessierte
sich sehr für die Ernennung der Bischöfe durch den 1.
Konsul, da er glaubte dadurch auch die Priester in seine
Macht zu bekommen. Außerdem stellte sich das Konkordat
von 1801 einen großen außenpolitischen Erfolg für ihn
dar, da der Papst die neue Regierung anerkannte, dem
Verkauf der Kirchengüter zustimmte, sein Widerstand
gegen die neue Ehegesetzgebung aufgab. Dieses führte
nun zu einem Ausgleich der Kirche mit dem revolutionären
Frankreich, welches immer mehr das Napoleonische Frankreich
wurde. Dieses Napoleonische Frankreich, mit seinem vom
siegreichen Feldherrn zum Kaiser gewordenen Napoleon,
war modern, revolutionär, traditionslos, unabhängig
und autonom.
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