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Frankreich unter dem ersten Konsul
Die neue Regierung hatte die Aufgabe die neuen Machtverhältnisse in eine angemessene Verfassung zu bringen und die inneren Verhältnisse in Frankreich zu stabilisieren.
Am 13.12. gelang es durch einen Staatsstreich die Abgeordneten zur Zustimmung dieser Verfassung zu bewegen. An der Spitze standen Bonaparte, Cambaceres und Lebrun.
Durch Plebiszit wurde die Verfassung von den Franzosen einstimmig angenommen und trat am 25.12.1799 in Kraft. Der erste Konsul erklärte: " Die Revolution sei zu den Grundsätzen zurückgekehrt, von denen sie ausgegangen, sie ist zu Ende ".
Napoleon vertrat die " bonapartische Legende ", daß er den Krater der Anarchie geschlossen und das Chaos verwirrt habe. Durch seinen " erhabensten " Ehrgeiz begründete er die Herrschaft der Vernunft und freie Ausübung aller menschlichen Fähigkeiten und stellte diese sicher.
Die Verfassung von 1799 zeigte wie die Neuordnung der politischen Willensbildung auf den " neuen " Mann berechnet war. Prinzipiell wurde sie von dem Miteinander des ersten Konsuls und einer Volksvertretung bestimmt. Neben dem ersten Konsul standen mit beratender Stimme zwei weitere Konsule. Die Volksvertretung wurde in zwei Parteien gegliedert: zum einen das " Tribunat ", welches hundert Mitglieder umfaßte und über die Gesetzesvorschläge des Konsuls debattierte, aber nicht abstimmen durfte und zum anderen den " corps legislatif ", dessen Mitglieder über die Gesetzesvorschläge abzustimmen hatten, allerdings ohne eigenes Vorschlagsrecht und ohne Diskussion; sie kamen daher zu dem Namen die " dreihundert Stummen ".
Ein vom ersten Konsul ernannter Senat von achtzig Mitgliedern wählte die Deputierten und Beamten nach einer Vorschlagsliste von Notaelnaus. Nach der neuen Verfassung lag alle Gewalt der Initiative und Exekutive beim ersten Konsul, dem ein Staatsrat zur Seite stand. Die Volksvertretung war dagegen beteutungslos.
Die von Sieyes entworfene Verfassung begründete die " Militärmonarchie ". Sie wurde in der plebiszitären Zustimmung der Massen bestätigt und auch weitere Schritte ließ Napoleon durch Volksabstimmungen bestätigen. So zum Beispiel 1802 die Verlängerung seiner Amtszeit als erster Konsul auf Lebenszeit. Die Diktatur des ersten Konsuls war ein militärisch-demokratischer Cäsarismus. Er regierte durch Dekrete und Senatsbeschlüsse im imperatorischen Stil. Die Sitzungen der Volksvertreter verloren das Interesse der breiten Masse, während sich der Konsul gegenüber den Leuten des 18.Brumaire durchsetzte und deren Anspruch auf Mitarbeit zurückdrängte. Die neue Verwaltungsorganisation nach dem Dekret vom Frühjahr 1800 vollendete die Zentralisation der Verwaltung in dem Präfektensystem. Die Mitglieder ( Präfekten, Unterpräfekten und Gemeindevorsteher ) wurden vom ersten Konsul ernannt. Ausschließlich beratende Funktionen hatten die Selbstverwaltungsorgane in Gemeinden und Provinzen.
Alle Privilegien waren aufgehoben. Die Verwaltungsaufgaben wurden auf die größeren Einheiten übertragen und die lokale Autonomie wurde immer stärker eingeschränkt. Napoleon hatte die Polizei von der Verwaltung getrennt und zentralisiert, um verdächtige Personen zu überwachen. Man fand nun eine Nation, in der alle Gesetze, Gebräuche und Sitten aufgelöst waren, vor. Dieses wurde Napoleon durch den Despotismus in einer rationelleren Form ermöglicht.
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