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Der internationale P.E.N.-Club und seine Entstehung:
Der P.E.N.-Club ist eine angesehene Schriftstellervereinigung mit weltweiter Verbreitung, die 1921 von der englischen Schriftstellerin Catherine Amy Dawson-Scott als Honoratioren-Club für Leute gegründet wurde, die mit der "Feder" (engl. pen) zutun haben. Die Abkürzung P.E.N. kommt aus dem Englischen und steht für "Poets, Playwrights, Editors, Essayists, Novelists" (Dichter, Schauspielschreiber, Herausgeber, Essayisten, Romanschreiber). Der Sitz der internationalen Schriftstellervereinigung befindet sich im Londoner Glebe House. In den einzelnen Mitgliedsländern gibt es es sogenannte P.E.N.-Zentren. Zur Zeit gibt es in 102 Staaten 104 P.E.N.-Zentren. Noch 1976 waren es nur 76 Zentren in 58 Staaten mit etwa 8.000 Mitgliedern. Dieser Zuwachs steht im direkten Zusammenhang mit der Demokratisierung in Osteuropa, die ab Juli 1989 zur Gründung von zahlreichen neuen P.E.N.-Clubs geführt hat.
Bis heute wird es so gehandhabt, dass man in den P.E.N.-Club nicht eintreten kann. Mitglieder im P.E.N.-Club können nur "qualifizierte Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzter" werden, die in den Zentren ihrer Heimatländer hinzugewählt wurden und die P.E.N.-Charta unterschrieben haben.
In dieser Charta verpflichten sich die Schriftsteller, aktiv für die Ziele des P.E.N.-Clubs einzutreten. Zu diesen Zielen gehören unter anderem die weltweite Verbreitung aller Literatur und der ungehinderte Gedankenaustausch auch oder besonders in Kriegs- und Krisenzeiten. Auch verpflichten sich die Mitglieder zur Bekämpfung von Rassen-, Klassen- und Völkerhaß.
Weiterhin heißt es in P.E.N.-Charta über die
Zensurwillkür:
"... seine Mitglieder verpflichten sich, jeder Art der Unterdrückung der Äußerungsfreiheit in ihrem Lande oder in der Gemeinschaft, in der sie leben, entgegenzutreten, ebenso auch in der übrigen Welt, soweit dies möglich ist. Der P.E.N. erklärt sich für die Freiheit der Presse und verwirft die Zensurwillkür überhaubt, und erst recht in Friedenszeiten. Er ist des Glaubens, daß der notwendige Fortschritt der Welt zu einer höher organisierten politischen und wirtschaftlichen Ordnung hin eine freie Kritik gegenüber den Regierungen, Verwaltungen und Einrichtungen gebieterisch verlangt. Und da Freiheit auch freiwillig geübte Zurückhaltung einschließt, verpflichten sich die Mitglieder, solchen Auswüchsen einer freien Presse, wie wahrheitswidrigen Veröffentlichungen, vorsätzlicher Lügenhaftigkeit und Entstellung von Tatsachen, unternommen zu politischen und persönlichen Zwecken, entgegenzuarbeiten ..."Neben den Präsidenten der nationalen P.E.N.-Zentren gibt es noch einen internationalen Präsidenten, der die internationalen Geschäfte des Clubs führt, wobei seine Amtszeit nicht begrenzt ist. Der erste internationale Präsident war J. Galsworthy, der erste und bisher einzige deutsche internationale Präsident war Heinrich Böll, der von 1971-1974 dem P.E.N.-Club vorstand. Um die Kommunikation der verschiedenen nationalen Zentren untereinander zu gewährleisten, finden jährlich auf internationaler und nationaler Ebene Kongresse zu unterschiedlichen Themen statt.
Der deutsche P.E.N.-Club
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland ein international anerkannten P.E.N.-Club in Deutschland. Dieser wurde jedoch 1937 wegen eines Verstoßes gegen die Satzung aus dem internat. Verband ausgeschlossen (Hierzu wurden in der Literatur keine weiterführenden Gründe o. ä. genannt; es ist aber anzunehmen, daß es sich bei dem angesprochenen Verstoß um ein Toleranz der eingeschränkten Pressefreiheit im 3. Reich seitens des deutschen P.E.N.s handelte). Doch schon 1934, vier Jahre vor der offiziellen Auflösung des deutschen P.E.N.s, gründeten deutsche Exil-Schriftsteller in London der "Deutschen P.E.N.-Club im Exil". Nach dem Ende des Dritten Reiches wurde 1949 dann in Göttingen das "Deutsche P.E.N.-Zentrum" gegründet, welcher sich zwei Jahre nach den Gründungen der BRD und der DDR aufgrund idiologischer Gegensätzen in zwei getrennte Zentren spaltete.
Im Westen enstand das "Deutsche P.E.N.-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland" mit Sitz in Darmstadt, welches 1952 international anerkannt wurde und sich 1972 in "P.E.N.-Zentrum Bundesrepublik Deutschland" umbenannte. Die Präsidenten waren bisher E. Kästner, D. Sternberger, H. Böll, H. Kesten, W. Jens, M. Gregor-Dellin und seit 1989 C. Amery (Stand 1991). Im Jahre 1976 hatte das westdeutsche P.E.N.-Zentrum 460 Mitglieder.
Im Osten entstand das "Deutsche P.E.N.-Zentrum Ost und West", welches sich 1967, als eine längerfristige bzw. endgültige Trennung der beiden deutschen Staaten immer offensichtlicher wurde, in "P.E.N.-Zentrum Deutsche Demokratische Republik" umbenannte und seinen Sitz in Ost-Berlin hatte. Seine Präsidenten waren H. Kamnitzer und H. Knoblauch, der das Amt aber erst Ende 1989 nach dem Rücktritt von Kamnitzer übernahm, wahrscheinlich im Zuge der Wende in der DDR.
Im August 1990 schlossen sich diese beiden getrennten Zentren dann wieder zu einem gemeinsamen P.E.N.-Zentrum zusammen.
Stefan Ohmes, Käthe-Kollwitz-Gymnasium Wilhelmshaven im März 1997